Universelle Prinzipien und KT-Problemanalyse

Von Ben Butera, FUJIFILM

Die Problemanalyse hilft uns bei der Beantwortung der Frage "Warum ist es passiert?", indem sie sich mit bestimmten Objekten oder Objektgruppen und bestimmten Abweichungen befasst. Andere Denkweisen fragen ebenfalls nach dem "Warum?", gehen aber über Objekte und Abweichungen hinaus. Disziplinen wie Philosophie, Theologie und Metaphysik fragen ebenfalls nach dem "Warum?" und versuchen, Fragen wie "Warum sind wir hier?" oder die Mutter aller Fragen "Woher wissen wir, was wahr ist?" zu beantworten.

Unabhängig von der Disziplin des Denkens sind einige Dinge für jeden Denkprozess universell. In einem Buch, das ich gerade lese, werden zehn universelle Prinzipien * des Lebens beschrieben, und für mich schrien die ersten drei Prinzipien sofort Analyse des Kepner-Tregoe-Problemsund unterstreicht damit die Universalität des Prozesses und des dahinter stehenden Denkens. Hier sind die ersten drei universellen Prinzipien, die von den alten griechischen Philosophen stammen, und wie sie in die Problemlösung mit der Problemanalyse eingebettet sind.

1. Das Prinzip der vollständigen Erklärung (Sokrates, Platon und Aristoteles)

Die beste Meinung oder Theorie ist diejenige, die die meisten Daten erklärt.

Die Problemanalyse stützt sich auf dieses Prinzip im dritten Schritt des Prozesses mit der "Bewertung möglicher Ursachen". Wenn eine Reihe möglicher Ursachen ermittelt wurde, sind die Problemlöser aufgefordert, die beste Meinung oder Theorie als wahrscheinlichste Ursache zu ermitteln, indem sie alle getroffenen Annahmen prüfen. Die wahrscheinlichste Ursache hat die wenigsten Annahmen, die vernünftigsten Annahmen und die insgesamt einfachsten Annahmen.

2. Das Prinzip des Nicht-Widerspruchs (Platon & Aristoteles)

Gültige Meinungen oder Theorien haben keine inneren Widersprüche.

Die Problemanalyse integriert dieses Prinzip in den dritten Prozessschritt mit dem "Verbalen Test auf mögliche Ursachen". Problemlöser verwenden IS- und IS-NICHT-Daten, um ihr Denken zu fokussieren. Wenn zum Beispiel X die Ursache für Y ist, wie lassen sich dann sowohl die IS- als auch die IS-NICHT-Daten erklären? Wenn es keine Erklärung gibt, kann ein interner Widerspruch den Problemlösern helfen, sich auf die möglichen Ursachen ohne Widersprüche zu konzentrieren und eine gültige Lösung zu finden.

3. Der Grundsatz des objektiven Beweises (Platon und Aristoteles)

Nicht willkürliche Meinungen oder Theorien beruhen auf öffentlich nachprüfbaren Beweisen.

Daten, die nur für Sie zugänglich sind, sind subjektiv. Daten, die für jeden zugänglich sind, sind objektiv. Das heißt nicht, dass Daten, die nur Ihnen zugänglich sind, nicht wahr sind; sie sind nur keine guten objektiven Beweise. Dieses Konzept ist in der Problemspezifikation, Schritt Eins: "Beschreiben Sie das Problem", enthalten. Die Problemspezifikation wird durchgeführt, um die spezifischen Fakten zu dokumentieren und sie für alle "sichtbar" zu machen.

In seinem Buch erzählt der Autor Robert J. Spitzer, wie er in seinem Philosophieunterricht an der Universität die Frage stellte: "Sind alle Meinungen gleich gültig?" Die meisten Studenten antworteten mit "Ja", im Sinne von Fairness und Gleichheit. Dann wandte Spitzer Prinzipien an, wie die drei oben genannten, um zu zeigen, dass einige Meinungen gültiger sind als andere. Die Problemanalyse hat die gleiche Fähigkeit. Wenn man mit einem Problem konfrontiert wird, gibt es oft viele konkurrierende Meinungen oder Theorien über die Grundursache einer Abweichung. Bei der Problemanalyse wird durch klassisches, rationales Denken aufgezeigt, warum einige mehr Gültigkeit haben als andere.

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