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Zukunft der Arbeit

Dr. Keith Suter ist einer der einflussreichsten australischen Zukunftsforscher und Medienkommentatoren für lokale und globale Angelegenheiten. Er hat drei Doktortitel erlangt und zahlreiche strategische Führungspositionen inne. Dr. Suter hielt kürzlich einen Vortrag bei der Networking-Veranstaltung von Kepner-Tregoe Australia zum Jahresende und sprach zum Thema "Die Zukunft der Arbeit". Dieser Blog ist eine Zusammenfassung seines Vortrags.

Eine neue Revolution ist im Gange, aber sie wird in der Öffentlichkeit kaum diskutiert. Es handelt sich um die "Vierte Revolution", bei der Informationen die Währung der Macht sind. Die Revolution muss in einem historischen Kontext gesehen werden. Die menschliche Besiedlung begann als Nomaden- bzw. Jäger- und Sammlergesellschaft, in der kleine Gruppen von Menschen mit geringem Aufwand auf dem Land lebten. Die zweite Revolution begann vor etwa 12.000 Jahren im heutigen Nahen Osten: die landwirtschaftliche Revolution. Man hörte auf zu fragen: "Wo finden wir Wasser?" und fragte stattdessen: "Wie können wir dafür sorgen, dass das Wasser zu uns kommt?" Die Bauern lernten, wie sie ihr Land bewässern und bewirtschaften konnten. Die dritte Revolution begann um 1750 n. Chr.: die industrielle Revolution im Vereinigten Königreich. Sie hat uns Fabriken und die verarbeitende Industrie beschert. Einige Bauern wurden zu Fabrikarbeitern. Die vierte Revolution basiert auf der Informations- und Kommunikationstechnologie. Die Schlüsselfiguren sind "Symbolanalytiker", Menschen, die mit Symbolen umgehen: Wörter, Zahlen, Musiknoten usw. Ein Symbolanalytiker ist eine Person, die tagsüber viel Zeit am Telefon verbringt und ihren Kindern nicht beschreiben kann, was sie beruflich macht. Neue Industriegiganten sind im Entstehen begriffen. Früher waren die großen Unternehmen in der Automobil- und Energiebranche tätig. Jetzt sind die größten Unternehmen IT-Unternehmen: Amazon, Apple, Facebook und Google.

Für einige Menschen gibt es viele neue Arbeitsmöglichkeiten

Die Sharing Economy: Unternehmen wie Uber mobilisieren zusätzliche Ressourcen, indem sie es einer Person ermöglichen, ihr eigenes Fahrzeug zur Beförderung von Personen zu nutzen, oder eine Person, die über freie Zimmer verfügt, kann diese über Airbnb kurzfristig vermieten.

Die Dienstleistungswirtschaft bedeutet, dass viele Dienstleistungen online erbracht werden können, wie z. B. die Phoenix University und die Khan Academy, wo die Menschen dann lernen können, wenn es für sie bequem ist (anstatt eine Bildungseinrichtung aufsuchen zu müssen).

Die multinationale Kleinstwirtschaft ermöglicht es zum Beispiel einem kleinen lokalen Händler, eine globale Reichweite zu haben. Traditionell bedeutete das Pareto-Prinzip, dass der Händler nach den 20 Prozent der Kunden suchte, die 80 Prozent des Geschäfts erbringen würden. Heute kann ein Händler aufgrund der globalen Reichweite des Internets mit einem potenziellen globalen Publikum von drei Milliarden Menschen kommunizieren (z. B. beim Verkauf einer Nischenmarke von selbstgemachtem Honig). Sie brauchen nur einen kleinen Teil dieses Marktes, um rentabel zu sein.

Die 3D-Wirtschaft/ Maker Economy wird es den Menschen ermöglichen, ihre Produkte zu Hause "auszudrucken", anstatt in den Laden zu gehen. Ältere Menschen können sich noch daran erinnern, wie sie ihren Kodak-Kamerafilm zum Entwickeln mitnahmen. Heute werden mehr Fotos als je zuvor mit Smartphones gemacht, aber Kodak selbst ist in finanziellen Schwierigkeiten.

Die Plattformökonomie wie Facebook und Google bringen Menschen zusammen, produzieren aber selbst keine Inhalte. TaskRabbit bringt Kunden, die eine Arbeit erledigt haben wollen, und potenzielle Handwerker, die diese Arbeit erledigen könnten, zusammen.

Wir haben die vierte Revolution gerade erst begonnen und haben keine Ahnung, wo und wann
sie enden wird. Hier sind einige Spekulationen über mögliche neue Wirtschaftsmodelle.

Erstens könnte dies nur ein Wettlauf nach unten sein. Einigen IT-Beschäftigten und Investoren in den großen IT-Unternehmen mag es in der neuen Ära gut gehen, aber den meisten Menschen wird es nicht so gehen. Die meisten Arbeitnehmer werden von Akkordarbeit leben und sich von einer kleinen Aufgabe zur nächsten hangeln. Es wird wenig Sicherheit geben, wenig Möglichkeiten, Vermögen anzusammeln, zunehmende Spannungen und die Gefahr sozialer Unruhen. Vielleicht wird die nächste Generation nicht so lange leben, wie vorhergesagt? (Interessanterweise leben in den Vereinigten Staaten fast alle demografischen Gruppen länger - mit Ausnahme der arbeitslosen weißen Männer und Frauen mittleren Alters ohne Hochschulbildung, die jetzt vorzeitig durch Selbstmord, Drogen oder Opioid-/Schmerzmittelabhängigkeit sterben). Werden Stress und Depression ihren Tribut fordern? Wird sich die Krise der psychischen Gesundheit verschlimmern?

Ein optimistischeres Modell könnte die "Gig Economy" sein. "Jobs" wurden 1750 für die industrielle Revolution erfunden. Vor 1750 wurden die Menschen je nach Bedarf für die saisonale Landwirtschaft bezahlt. In den Fabriken hingegen wurde nach strengen Regeln gearbeitet: Das Fließband bestimmte den Lebensrhythmus der Menschen. Die Menschen wurden stundenweise bezahlt. Aber heute gibt es keine Arbeitsplätze mehr, die von Montag bis Freitag von 9 bis 5 Uhr besetzt sind. Es gibt noch jede Menge "Arbeit", die über "Gigs" erledigt werden kann. Dabei handelt es sich um selbstorganisierte Selbstständigkeit, bei der jeder Arbeitnehmer als "Manager" sein eigenes Unternehmen führt. Sie brauchen ein unternehmerisches Denken, das ständig auf der Suche nach "Kunden" ist. Die "Gig"-Wirtschaft kann ein "Gig"-Lernen erfordern (und nicht ein Standardstudium, das Jahre dauert). Lernen auf Abruf für Arbeiten auf Abruf. Daher wird sich auch die traditionelle Bildung ändern müssen. Schulen wurden erfunden, um Arbeiter für Fabriken auszubilden; die Fabriken werden geschlossen, und so muss die Bildung neu erfunden werden.

Und schließlich: Wie schaffen wir eine effektive Verbrauchernachfrage? Wie halten wir Geld im Umlauf, denn Geld wird benötigt, um Waren und Dienstleistungen zu kaufen? Vielleicht werden wir ein Universelles Grundeinkommen (UBI) einführen. Ein Grundeinkommen würde bedeuten, dass alle Erwachsenen über 18 Jahren eine pauschale Geldsumme vom Staat erhalten würden. Dieser Betrag würde das absolute Minimum zum Überleben darstellen; zweifellos würden viele Menschen auch weiterhin für viel mehr Geld arbeiten (und so das Grundeinkommen über die Steuern an den Staat "zurückzahlen"). Angesichts des zunehmenden Verlusts von Arbeitsplätzen durch die Automatisierung würde ein UBI-System etwas Geld in Umlauf bringen, um die tatsächliche Verbrauchernachfrage zu stimulieren. Ein Slogan aus dem (erfolglosen) Schweizer UBI-Referendum vom Juni 2016: "Was würden Sie tun, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?" Mit anderen Worten: In der aufstrebenden neuen Wirtschaft ist es wichtig, den Menschen eine finanzielle Grundlage zu geben, damit sie sich dann auf Erfindungsreichtum und Unternehmertum besinnen können. Finnland, einige Teile Kanadas und die Niederlande setzen ihre UBI-Experimente fort.

Abschließend möchte ich sagen, dass Ben Tregoe dazu riet, die Menschen für ihre Entscheidungsprozesse zu sensibilisieren. Was wir jetzt tun müssen, ist, alle Menschen zu ermutigen, sich der Vierten Revolution bewusst zu werden und Wege zu finden, in der neuen Ära Geld zu verdienen.

Keith Suter

Keith.suter@bigpond.com

Wenn wir verstehen, welche Herausforderungen auf uns zukommen und wie sie sich auf uns auswirken werden, können wir uns besser auf die Industrie 4.0 vorbereiten. Wir bei Kepner-Tregoe glauben, dass das mächtigste Werkzeug, das wir als Menschen haben, unsere Fähigkeit ist, kritisch zu denken. Und um ein guter kritischer Denker zu sein, muss man sein Gehirn trainieren, wie man Probleme löst, Entscheidungen trifft und kreativ denkt.

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