Der freie europäische Energiemarkt hat in den letzten Jahren große Veränderungen durchlaufen. Im heutigen Europa ist der Eigentümer der Energietransportinfrastruktur möglicherweise nicht derselbe wie der vertragliche Energielieferant für Endnutzer (Verbraucher).
Energieunternehmen fusionieren, und die internen Lösungen sind heute eine Mischung aus verschiedenen Hardware- und Softwarelösungen. Vor Kurzem bat ein Lieferant KT um Hilfe. Sein IT-Konsolidierungsprojekt hatte dazu geführt, dass die täglichen Verbrauchsdaten nicht fristgerecht an die Vertragspartner übermittelt werden konnten.
Die drohenden Strafzahlungen in Millionenhöhe lenkten die Aufmerksamkeit auf das Problem.
Der Workaround erfüllte zwar die externen Anforderungen, entsprach jedoch nicht den internen Unternehmensstandards für die Produktion. Die Ermittlung der Ursache war erforderlich, um eine qualitativ hochwertige technische Lösung zu realisieren.
Obwohl einige Mitarbeiter dieses Unternehmens in KT Resolve für die Fehlerbehebung in High-Tech-Umgebungen geschult sind, entschieden sie sich dafür, den Prozess der Fehlerbehebung durch einen KT-Berater moderieren zu lassen, um sich voll und ganz auf die technischen Details konzentrieren zu können.
Situationsanalyse und Problemanalyse wurden durchgeführt, um die Gründe zu klären, warum die migrierte Anwendungsumgebung nicht schnell genug lief.
Die Situationsanalyse ergab, dass das zu lösende Problem in der Langsamkeit der Schnittstelle lag, die Informationen über Anschlüsse und Verbrauch von Endnutzern an andere (externe) Parteien im Energiesektor sendet.
Die Verarbeitung dieser Informationen durchläuft normalerweise mehrere Phasen, in denen Zwischeninformationen auf der Festplatte gespeichert werden. Um die Datenintegrität zu gewährleisten, falls die Anwendung mitten in der Verarbeitung stoppt, wird viel Aufwand in die korrekte Speicherung der Zwischeninformationen gesteckt, damit diese fortgesetzt werden kann, sobald die Anwendung wieder läuft – potenziell sogar auf einem anderen Rechner. Um diese redundante Lösung zu erreichen, nutzt die Anwendung eine „Filer“-Funktionalität, um unnötige Schreibvorgänge auf der Festplatte zu vermeiden. Leider ist die Nutzung dieses „Filers“ an der schlechten Performance beteiligt, da das Problem durch die Umgehung des Filers gelöst wird. Das interessante Detail dabei ist, dass dieser Filer in anderen Umgebungen einwandfrei und mit angemessener Performance funktioniert.
Während der Moderationssitzung konzentrierte sich KT auf die Dokumentation der Fakten zu diesem Problem und suchte nach hilfreichen Kontrasten zwischen den verfügbaren funktionierenden und nicht funktionierenden Umgebungen. Basierend auf dem vorhandenen Wissen und der Erfahrung wurde eine Liste von Ursachen zusammengestellt, darunter Netzwerk-Performance und Probleme mit Netzwerktreibern. Letztendlich kam man zu dem Schluss, dass die wahrscheinlichste Ursache eine Verzögerung bei der Abwicklung von Schreibvorgängen auf der Festplatte zwischen (und unter Ausschluss) der Anwendung und dem Netzwerktreiber war. Da in dieser Sitzung keine fundierte Unix-Erfahrung zur Verfügung stand, war das Ergebnis der Sitzung ein klares Verständnis des Problemmodells, die Erkenntnis, wer benötigt wurde und welcher Bereich technischen Fokus erforderte, um die Ursache zu finden.
Einige Wochen später wurde KT informiert, dass die Ursache im zugrunde liegenden Speicher gefunden wurde. Um dieses Problem zu lösen, musste die Architektur dieser IT-Lösung, die sich in der Rollout-Phase befindet, grundlegend überarbeitet werden.