Forscher schätzen, dass etwa 60 % der Menschen visuelle Denker sind; sie nehmen Informationen durch Sehen auf. Sie können prüfen, ob jemand ein visueller Denker ist, indem Sie die betreffende Person fragen, wie viele Fenster ihr Haus hat. Ein visueller Denker wird die Augen nach oben bewegen – dorthin, wo sich die Fenster normalerweise befinden. Etwa 10 % der Bevölkerung sind Bilddenker.
Worte bleiben bei ihnen nicht so leicht hängen, Bilder hingegen schon. Bildhaftes Denken wird auch mit Legasthenie, ADHS und Kreativität in Verbindung gebracht. Angesichts einer weltweit steigenden Zahl von ADHS-Fällen können wir davon ausgehen, dass diese Gruppe in Zukunft wachsen wird.
Bei der Anwendung der KT-Prozesse ist die Visualisierung ein entscheidender Teil des Erfolgs. Oft beschränken wir uns jedoch auf Wörter oder Phrasen. Das Hinzufügen von Bildern hilft, Situationen zu klären, insbesondere wenn es um die Problemanalyse geht. Visuelle Unterstützung kann durch Zeichnungen, Fotos oder Besuche am „Tatort“ erreicht werden. Sie erhöhen den Detaillierungsgrad, der für eine ordnungsgemäße Problemanalyse erforderlich ist.
In der KT-Problemanalyse spezifizieren Problemlöser das Problem nach der Definition in einer Problembeschreibung mithilfe von Fragen, um Fakten zu sammeln. Es ist entscheidend, dass die Formulierung dieser Fragen korrekt erfolgt. Für Anfänger hilft eine visuelle Problemspezifikation dabei, den Fokus auf Was? Wo? Wann? Ausmaß? das IST und IST NICHT zu richten. Dies wird im folgenden Beispiel gezeigt.
Ich persönlich hatte Schwierigkeiten, wenn ich mir die Reihenfolge und Richtung der Fragen merken musste. Wie können Anwender mit einem visuellen Fokus die Fragen besser verstehen und behalten? Die Antwort ist eine visuelle Problemspezifikation an einem einfachen Beispiel, wie unten dargestellt.


Ich möchte visuelle Denker dazu ermutigen, ihre eigene Problemspezifikation an einem Beispiel zu erstellen, das ihre Umgebung repräsentiert. Durch das Erstellen dieser Zeichnung müssen Sie den Inhalt der Fragen in Ihre eigene Welt übertragen. Selbst wenn das Ergebnis optisch nicht ansprechend ist, werden Sie sich die Absicht der Fragen besser merken können.
Am Ende des Tages bitte ich die Teilnehmer, zu zeichnen oder zu skizzieren, anstatt Worte zu benutzen: Was ist Ihr Fazit des Tages? Oft sind sie verwirrt oder lachen und müssen darüber nachdenken. Und genau das ist es, wonach ich suche: neue Gehirnverbindungen, die dafür sorgen, dass die gelernten Informationen hängen bleiben. Auch hier geht es nicht darum, dass es schön aussieht, sondern um das Einprägen.