Network Rail nutzt KT Problemanalyse
zur Auditierung der tatsächlichen Ursachenfeststellungen und Korrekturmaßnahmen eines Lieferanten

Kunde

Network Rail besitzt und betreibt die britische Bahninfrastruktur. Jedes Jahr kauft das Unternehmen mehrere Kilometer Kabel für rund 17 Millionen £ ein.

Herausforderung

Als neue Kabel beim abschließenden Installationstest schlechte Isolationswiderstandswerte zeigten, mussten an mehreren Standorten bis zu 1000 m Kabel ersetzt werden. Einige Projekte mussten Ersatzkabel bezahlen, wodurch sich die Kosten verdoppelten – andere verzögerten die Installation, wodurch Projektzeitpläne ins Rutschen gerieten. Der Kabelhändler musste die Kabel vor Ort prüfen, bevor Network Rail deren Einsatz erlaubte. Das Qualitätsproblem zeigte sich in schlechten Messwerten, einer Verformung des äußeren Kabelmantels oder einer Verformung des inneren Leiters.
Reaktion: Der Kabellieferant führte eine Ursachenanalyse durch, um die Ursache der Defekte zu ermitteln, und ergriff Maßnahmen zur Behebung der Qualitätsprobleme. Network Rail nutzte die KT Problemanalyse, um zu auditieren und zu bestätigen, dass die tatsächliche Ursache der schwerwiegendsten Defekte identifiziert und ordnungsgemäß behoben wurde. Zwei Ergebnisse werden hier beschrieben:

Defekt 1: Kabel-Fehlausrichtung? Nur wenn … Bei einem zweiadrigen C2-Kabel wurde einer der Leiter dünner (Abbildung 1). Der KT-Prozess bestätigte die Analyse des Herstellers, dass der Vulkanisationsprozess der Kabelisolierung nicht ursächlich war und dass die Kabelisolierung den Spezifikationen entsprach. Als Ursache des Defekts nannte die Ursachenanalyse des Herstellers eine Fehlausrichtung eines Aderkerns an der Verseilmaschine. Um ein erneutes Auftreten zu verhindern, wurde dort, wo der Aderkern in die Verseilmaschine einläuft, eine Haltestange installiert. Die Kepner-Tregoe-Ursachenanalyse bestätigte, dass dies die wahrscheinlichste Ursache war – jedoch nur für eine kurze Kabellänge von unter 200 m. Würde der Defekt über die gesamte Länge einer Kabeltrommel auftreten, würde die durch die Fehlausrichtung entstehende Wärme den Aderkern zersetzen, und es müsste eine andere Ursache gefunden werden. Ein Vor-Ort-Besuch bestätigte, dass das defekte Kabel nur 120 m lang war, was die Ursache „Fehlausrichtung“ stützte.

Abbildung 1

Defekt 2: Über die Lösung hinausdenken … Der potenziell schwerwiegendste Defekt war eine raue Aderkernisolierung (Abbildung 2). Der innere Leiter war an Stellen entlang der Länge des defekten Kabels durch die Aderkernisolierung hindurch zu sehen. Mithilfe der KT-Analyse bestätigte Network Rail die Feststellung des Herstellers, dass die Kabelisolierung aufgrund eines ausgefallenen Drucksensors nicht korrekt vulkanisiert wurde. Beim Verseilen nahm die falsch vulkanisierte Isolierung die Form der Adern an, an denen sie anlag. Obwohl die fehlerhafte Vulkanisation im Werk erkannt worden war, versäumte es das interne Qualitätsmanagement, das defekte Kabel zu isolieren. Um zukünftige Probleme zu vermeiden, installierte der Hersteller eine neue Produktionsüberwachung und einen robusten ID-Prozess, sodass defekte Kabel nicht verwendet werden können.

Abbildung 2