„Nun muss ich Ihnen etwas sagen, und ich meine dies auf die bestmögliche und unaufdringlichste Weise: Ich glaube nicht an Prozesse. Wenn ich einen potenziellen Mitarbeiter interviewe und er oder sie sagt, dass „es nur um den Prozess geht“, sehe ich das als schlechtes Zeichen… Das Problem ist, dass in vielen großen Unternehmen der Prozess zum Ersatz für das Denken wird. Man wird ermutigt, sich wie ein kleines Zahnrad in einer komplexen Maschine zu verhalten. Ehrlich gesagt, ermöglicht es Ihnen, Leute zu behalten, die nicht so klug, die nicht so kreativ sind.“ Geschrieben von Elon Musk
Andrew Smart beginnt seinen Essay „Six Sigma is Draining Employees’ Creativity“ mit dem obigen Zitat. Er fährt fort, dass das Six-Sigma-Denken, angewendet auf eine Organisation, analog zur Reduzierung der Variation von Neuronen im Gehirn während eines verheerenden epileptischen Anfalls ist.
Prozesse wie Six Sigma bieten lediglich einen rationalen Rahmen für die Integration verschiedener Denkweisen. Analytisches Denken ist der Akt des Konvergierens auf Fakten, Daten, Informationen, Urteilsvermögen, Erfahrung und Weisheit auf der Suche nach der besten Antwort. Kreatives Denken ist der Akt des Divergierens des Denkens, um viele verschiedene Optionen zu erkunden. Je nach Situation können sie komplementär und notwendig sein. Prozesse, wenn sie richtig angewendet werden, ersetzen das Denken nicht und verursachen sicherlich keine epileptischen Anfälle – weder individuell noch organisatorisch. Wenn sie jedoch falsch angewendet werden, können Prozesse die Moral senken, weit verbreiteten Zynismus hervorrufen, Innovationen stoppen und/oder Menschen in gedankenlose Bürokraten verwandeln! Aber das ist die Schuld des Anwenders; nicht die Schuld des Prozesses.
Warren Buffett sagte einmal: „Wie ich hierher gekommen bin, ist in meinem Fall ziemlich einfach. Es ist nicht der IQ, das werden Sie sicher gerne hören. Das Wichtigste ist Rationalität. Ich betrachte IQ und Talent immer als die PS-Leistung des Motors, aber der Output – die Effizienz, mit der dieser Motor arbeitet – hängt von der Rationalität ab. Viele Leute starten mit 400-PS-Motoren, erzielen aber nur hundert PS Output. Es ist viel besser, einen 200-PS-Motor zu haben und die gesamte Leistung in Output umzusetzen.“
Wer hat also Recht? Der Typ, der 40 Milliarden Dollar wert ist, oder der Typ, der 5 Milliarden Dollar wert ist? Ich vermute, dass beide Recht haben. Ich würde auch wetten, dass beide die Fähigkeit besitzen, intuitiv und blitzschnell von prozess-/analytisch gesteuert zu kreativ (oder umgekehrt) zu wechseln. Die besten Denker tun das!
Herr Smart schließt seinen Essay mit der Aussage: „Six Sigma ruiniert Ihren Tag, und es funktioniert nicht einmal.“ Angesichts des dokumentierten Erfolgs von Unternehmen, die Six Sigma und andere prozessgesteuerte Ansätze verwenden, ist dieser Kommentar unbegründet und bestenfalls eine Erinnerung an den enormen Wert sowohl des analytischen als auch des kreativen Denkens.